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Expression Studio – die neuen Kreativwerkzeuge von Microsoft
Der 20te Multimediatreff stand ganz im Zeichen der Microsoft Expression-Produktfamilie. Lange Zeit ließ die bloße Erwähnung von Frontpage vielen Web-Entwicklern kalte Schauer über den Rücken laufen. Während Dot.Net mit Visual Studio die Entwicklung von Applikationen auf hohem Niveau ermöglichen, fehlten bis vor kurzem „professionelle” web- und designorientierte Entwicklungs-Tools in der Werkzeugkiste von Microsoft. In diesem Bereich wurden Programme wie Dreamweaver und Flash zu Standards. Der Erwerb von Macromedia durch Adobe vereinte die meisten davon in einer Hand – in der Creative Suite von Adobe.

Seit sich Webanwendungen und Applikationen in Funktionsumfang und optischer Erscheinung immer näher kommen, verschwimmen die Grenzen zwischen „professionellen” Applikationen und „Webseiten”. Ein neues Spielfeld entsteht, auf dem auch Microsoft nicht fehlen will: Seine Mannschaft heißt: Microsoft Expression Studio.
Steffen Ritter und Oliver Scheer stellten den knapp 100 Teilnehmern die neuen Werkzeuge vor, mit denen sich zukünftig schneller und besser multimediale Programme und Webanwendungen gestalten und entwickeln lassen sollen. Microsofts Evangelisten legten dabei eine Begeisterung an den Tag, die teilweise an amerikanische Fernsehprediger erinnerte und neben dem hohen Informationsgehalt auch erheblichen Unterhaltungswert hatte.

Technisch steckt hinter Expression die Windows Presentation Foundation (WPF) und die proprietäre XML-Notation XAML (Extensible Application Markup Language). Mit XAML soll es für Designer möglich sein interaktive Benutzerschnittstellen einfacher zu definieren und direkter in den Entwicklungsprozess einzubringen. Die Idee ist, Designer besser in den Entwicklungsprozess einzubinden.
Das Werkzeug oder besser die Werkzeuge dazu stecken im Expression Studio: im Kern Expression Blend für Benutzeroberflächen und Expression Design für Vektorgrafiken.
Oliver Scheer stellte Beispielanwendungen vor, die das Potential aufzeigen, dass hinter WPF steckt. Dieses entfaltet sich vor allem in Verbindung mit Dot.net und Vista. Ein reicher Baukasten von Controls macht den Entwicklern das Leben leichter und die Entwicklung schneller. Im Web trifft WPF auf Flash und AJAX. Hier will Microsoft mit dem Webplayer Silverlight Raum zurückerobern. Viele der Teilnehmer waren etwas besorgt über die Vermischung von offenen Standards mit Microsofts eigenen proprietären Ansätzen.
Insgesamt lieferte das Duo einen überzeugenden Auftritt, der zeigte, dass Microsoft es mit Expression ernst meint und hier eine Produktlinie entsteht, die bestehen bleibt und sich entwickeln wird. Nicht wenige im Saal fragten sich schließlich, ob es lohnt sich näher mit Expression zu beschäftigen oder ob man bei seinen vertrauten Werkzeugen bleiben soll. In diesem Zusammenhang war es interessant zu beobachten wie Steffen Ritter und Oliver Scheer es vermieden auf die offensichtliche Konkurrenzsituation mit Adobe einzugehen und meinten, dass man genau beurteilen sollte für welche Projekte man die jeweiligen Tools verwendet.

Nach dem berauschenden Flug durch die neue Multimediawelt von Microsoft landete Carlo Blatz Expression in der Realität. Frei nach dem Motto: „Noch nie hat ein Tool in der Praxis gehalten was die Marketingabteilung versprochen hat”, stellte er die bösen Fragen: Wie sieht es in der Praxis aus? Sind die neuen Werkzeuge ausgereift? Halten Sie was sie versprechen? Funktioniert der Workflow?
Für Carlo Blatz ist WPF die richtige Wahl für Vista-Applikationen und eine sinnvolle Erweiterung der Möglichkeiten für .NET-Entwickler. WPF liefert seiner Meinung nach alles was eine Dot.Net-Entwickler für die Entwicklung für VISTA und anspruchsvolle Multimedia-Applikationen benötigt.
Allerdings zeigen sich auch deutlich die Probleme, die häufig mit neuen Produkten verbunden sind. Die Werkzeuge sind nicht so stabil, wie man es sich wünschen würde und die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der Hardware sind groß. Carlo schätzt die Möglichkeiten mit Silverlight auf 25% der Möglichkeiten von Flash. Dazu kommt die geringe Verbreitung von Silverlight im Vergleich zur massiven Verbreitung von Flash.
Auch die propagierte strikte Trennung von Grafik - Interactive Designer - und Programmierer hat sich bei Powerflasher als nicht praktikabel erwiesen.
Sein Fazit ist, dass man mit Expression und Visual Studio eine professionelle IDE erhält, die optimal auf die Applikationsentwicklung für VISTA ausgerichtet ist, aber momentan kaum eine Bedeutung für das Netz hat.
Es scheint also, dass Expression in seiner jetzigen Form in erster Linie für die Windows-Welt interessant, während sich andere Entwickler gut überlegen sollten ob sich der Einarbeitungsaufwand lohnt und sie bereit sind die Risiken der geringen Verbreitung zu tragen.

Man kann wohl mit einiger Sicherheit sagen, dass dies nicht der letzte Multimediatreff gewesen ist, in dem Expression in der einen oder anderen Form auftaucht. Eine Beruhigung für alle, die schon fürchteten, dass nach dem Untergang von Macromedia nur noch ein großer Player übrig sei ...
... mögen sich Adobe und Microsoft ein interessantes Rennen um die besten Web-Entwicklungs-Tools liefern. So wird laut der Roadmap von Microsoft Anfang 2008 der nächst größere Entwicklungsstand der Expression-Familie angepeilt.
Wer sich aktuell über die Entwicklung informieren möchte, der kann sich im privaten Blog des Produktmanagers Steffen Ritter kundig machen – es lohnt sich auf jeden Fall!
Im Folgenden seht Ihr nochmal die Agenda des Tages, samt Kontaktadressen der Referenten und Links zu den Vortragsfolien:
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PROGRAMMPUNKTE DES THEMENTAGES
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Warum
interessiert sich Microsoft (plötzlich)
für Design? Was versteht Microsoft
unter User Experience? Welchen Stellenwert
hat Design für Microsoft bei der Softwareentwicklung,
in Microsoft Expression, in Office 2007,
in Vista und anderen Technologien? Und wie
wichtig ist für Microsoft der Faktor
Design auf lange Sicht? Steffen Ritter gab
einen umfassenden Überblick über
Microsofts Position zum Thema Design und
User Experience und erläuterte anhand
nachvollziehbarer Beispiele, was Microsoft
damit meint die Position der Designer
zu stärken und den Workflow zwischen
Design und Development grundlegend zu verbessern.
Expression
Studio ist Microsofts prall gefüllte
Werkzeugkiste für das Design von Benutzeroberflächen
und interaktiven Elementen für Desktop
und Web. Steffen Ritter stellte die viereinhalb
Einzelwerkzeuge des Expression Studio vor: Expression
Web für standardkonformes Webdesign, Expression
Blend als Werkzeug der Wahl für
moderne Interfacegestaltung, das Vektorzeichenprogramm Expression
Design und die Digital Asset Management
Software Expression
Media mit dem Expression Media Encoder.
Expression
Web gilt in der Fachpresse als das WYSIWYG-Webdesignprogramm,
das den derzeit saubersten XHTML/CSS-Code
erzeugt. Oliver Scheer und Steffen Ritter
stellten das neue Werkzeug vor und beleuchten
die für Designer und Entwickler wichtigen
Funktionen, darunter die umfangreichen CSS-Tools
und die Anbindung an ASP.NET, aber auch
die wichtigen Reportfunktionen zur Kompatibilität
und Barrierefreiheit. Oliver Scheer hat
zudem an einfachen Beispielen gezeigt wie
ASP.NET AJAX mit Expression Web genutzt
werden kann.
Die
XML-basierte Objektbeschreibungssprache XAML ist bei Microsoft
Expression Studio die Basis für
den reibungslosen Workflow zwischen Designern
und Entwicklern. Oliver Scheer und Steffen
Ritter demonstrierten gemeinsam im humorvollen
Shootout zwischen Entwickler
und Designer wie beide Parteien
von den neuen Möglichkeiten von XAML
profitieren. Sei es bei der Entwicklung
neuer Anwendungen und Benutzeroberflächen,
oder bei der Verschönerung bestehender
Anwendungen.
WPF/E
steht für Windows Presentation Foundation/Everywhere
(Codename). Bei WPF/E für Windows und
Macintosh handelt es sich um eine plattformübergreifende
Plug-In-Technologie für multimediale
browserbasierte Webanwendungen so
genannte Rich Internet Applications. WPF/E
basiert auf offenen Standards und plattformübergreifenden
Frameworks wie HTML, AJAX und XAML und verbindet
moderne Webentwicklung mit den neuen Möglichkeiten
von WPF und .NET 3.0. Oliver Scheer zeigte
aktuelle Beispiele und führte in die
Grundlagen von WPF/E und ASP.NET AJAX ein.
Das Team der POWERFLASHER ist auf die Entwicklung von innovativen Multimedia- applikationen insbesondere mit Adobe Flash spezialisiert. Zur Entwicklung von speziellen WindowsVista Applikation arbeiten sie darüber hinaus schon seit den ersten Betas mit Expression Studio und realisierten damit für namhafte Kunden erste Vista-Projekte. Carlo Blatz erklärte den Teilnehmern, ihre Erfahrungen und wie der Workflow innerhalb des Teams mit Expression Studio funktionieren kann.
Folgende Fragen wurden dabei erörtert:
• Welche Umstellungszeit benötigte das Team?
• Wie gut funktionierte die Übergabe der Designer an die Programmierer?
• Wieviel Zeit konnten die Programmierer mit den Tools einsparen?
• Welche Erfahrungen hat das Team mit Expression Studio gesammelt?
• Welche Projekte eignen sich für Expression?
Zum
Abschluss des Tages präsentierten Oliver
Scheer und Steffen Ritter ein Feuerwerk
aus WPF- und WPF/E-Anwendungen, erläuterten
typische Stolperfallen bei der Entwicklung
und standen für Fragen zu allen Themen
rund um Expression Studio, WPF, WPF/E und
ASP.NET AJAX zur Verfügung.
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Danksagung
| an alle unterstützenden Kräfte, vielen Dank! | >>
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Ohne Unterstützung von Dritten und Sponsoren wäre die Veranstaltung
kaum so günstig realisierbar und so möchten wir uns bei folgenden
Partnern bedanken:

Auch diesmal unterstützte uns der JFC
Medienzentrum als unser Kooperationspartner bei den Räumlichkeiten
und der Technik im KOMED /
MediaPark - vielen Dank!
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